Geldanlage mit Optionsscheinen

Optionsscheine zählen in Österreich zur Gruppe der Derivate, der hochspekulativen Zertifikate mit Hebelwirkung. Obwohl Sie nur einen Teil des Basiswertes bezahlen, nehmen Sie an den gesamten Ertragschancen teil (Hebelwirkung).

Die Geldanlage in Optionsscheine gilt in Österreich als lukrativ und hochriskant. Mit Optionsscheinen setzen Sie beispielsweise auf die Wertentwicklung von Aktien, Indizes, Devisen oder Rohstoffpreise als Basiswerte. Ein Vergleich lohnt sich!

Was sind Optionsscheine?

Optionsscheine (Warrants) verbriefen das Recht, bis zu einem bestimmten Termin einen bestimmten Basiswert zu einem festgelegten Preis (Kurs) zu kaufen (Call-Optionsscheine) oder zu verkaufen (Put-Optionsscheine). Dieses Recht gilt für eine bestimmte Zeitspanne, sprich Laufzeit. Für den Kauf besteht keine Verpflichtung. Optionsscheine gelten als spekulative Art der Geldanlage und gelten als hochriskant. Die Optionsscheine im Detail:

  • Call-Optionsscheine: Diese wählen Anleger, wenn sie einem Basiswert (Underlying) eine deutliche Kurssteigerung zutrauen. Ziel ist es, vom Kursanstieg zu profitieren. Mit dem Call-Optionsschein erwerben Anleger das folgende Recht: Der Basiswert wird zu einem im Voraus bestimmten Preis vom Emittenten (Schuldner mit Verpflichtung) “geliefert”.
  • Put-Optionsscheine: Diese wählen Anleger, wenn Sie von einem Basiswert einen Kursrückgang erwarten. Ziel ist es, vom fallenden Kurs zu profitieren. Mit dem Put-Optionsschein erwerben Anleger das folgende Recht: Sie können den Basiswert zu einem vorab festgelegten Preis an den Emittenten abgeben.

Basiswerte können in Österreich sein: die Kursentwicklung von Aktien, Indizes, Devisen, Edelmetallen oder Rohstoffpreisen.

Geldanlage in Österreich: Risiko und Erträge

Je nach erwarteter Kursentwicklung wählen Anleger Call- oder Put-Optionsscheine aus. Der Clou: Der Preis für Optionsscheine ist wesentlich geringer als ein direkter Kauf des Basiswertes.

  • Risiko: Anleger kaufen sich mit einem vergleichsweise geringen Einsatz hohe Gewinnchancen ein. Dem stehen ebenso hohe Risiken gegenüber. Wenn der Basiswert bis zum Ende der vereinbarten Laufzeit den Basispreis nicht übersteigt oder unterschreitet, dann war der Optionsschein quasi wertlos. Das eingesetzte Kapital ist verloren. Totalverluste sind also einzukalkulieren!
  • Erträge: Die Erträge hängen von der Entwicklung des Basiswertes, der Laufzeit und der Volatilität (Kurs-Schwankungsbreite) ab. Zwei Elemente sind zu beachten: Erstens, der innere Wert, sprich die Differenz zwischen dem Basispreis und dem Kurswert. Dieser kann bei der Ausübung sofort erzielt werden. Zweitens der Zeitwert, sprich der Preis für die Chance auf einen zusätzlichen Ertrag. Dieser ergibt sich aus der Differenz des Kaufpreises und des inneren Wertes. Ein Vergleich lohnt sich!

Der Geldanlage-Tipp

Die Geldanlage in Optionsscheine ist komplex. Für den Erfolg benötigen Sie in Österreich einiges an Finanzwissen. Hohen Gewinnchancen stehen hohe Risiken gegenüber. Grundregel Nr. 1: Spekulieren Sie nur mit Kapital, das Sie bereit sind zu verlieren.

Ein Abschluss-Tipp: Kluge Anleger minimieren die Risiken. Definieren Sie immer vorab eine Verlustbegrenzung (Stopp-Loss). Es gilt auch zu prüfen, ob Sie dem Emittenten vertrauen können. Ein Vergleich lohnt sich!